Hat ein Hund seinen Haufen hinterlassen oder uriniert, folgt häufig ein intensives Scharren mit den Hinterpfoten. Vor allem Rüden neigen dazu, ihr „Geschäft“ auf diese Weise zu beenden. Diese instinktive Handlung ist für viele Hunde ein ebenso gewohnter Abschluß, wie für Menschen das Zuklappen des Klodeckels. Ein Endritual, das sein kann, aber nicht in jedem Fall sein muss.

Wild lebende Wölfe führen die gleichen Scharrbewegungen aus. Daher vermutet man, dass es sich um ein genetisch überkommenes Verhaltensmuster handelt. Mit welchem Zweck jedoch, darüber gibt es verschiedene Vermutungen.

Einerseits macht das Bedecken der Fäkalien Sinn, um so das Revier sauber zu halten und zu vermeiden, dass Artgenossen versehentlich hineintreten könnten oder dass Ungeziefer angelockt wird, wodurch sich Krankheitserreger verbreiten könnten. Dafür spricht, dass auch andere Tierarten, zum Beispiel Katzen, sich angewöhnt haben, ihre Exkremente zu vergraben. Eine gewisse Hygiene mag sich also auch in freier Wildbahn evolutionär „bezahlt gemacht“ haben.

Bei genauerer Betrachtung hat man jedoch festgestellt, dass beim Verscharren die Erde dicht neben dem Kot aufgewühlt und zum Teil weit verstreut wird. Das läßt manche Verhaltensforscher vermuten, dass es hier auch darum gehen könnte, die Geruchsspur weiter aufzufächern. Bei manchen Wölfen wurde sogar beobachtet, dass das Areal drumherum so sehr freigescharrt wurde, dass der Haufen in der Mitte dadurch visuell sogar eher noch hervorgehoben wurde.

Eine weitere Theorie geht davon aus, dass die Schweißdrüsen, über die ein Hund allein zwischen seinen Zehen verfügt, beim Scharren eine Rolle spielen könnten. Durch Schweißabsonderung beim Scharren könnte der Duftnote des Urins oder Kots noch eine zusätzliche Komponente hinzugefügt werden. Oft kann man beobachten, dass Hunde, die einen Baum oder eine Laterne beschnüffeln, anschließend auch den Geruch am Boden genauer inspizieren. Das könnte darauf hindeuten, dass mit dem Scharren tatsächlich zusätzliche Duftinformationen hinterlegt werden.

Je selbstbewußter ein Hund ist, um so häufiger markiert er, besonders innerhalb seines Heimatreviers. Ebenso läßt sich beobachten, dass auch das Scharren besonders von den  Selbstbewußten angewandt wird, überwiegend von Rüden.