Diese großen Kampfhunde des Altertums, mit den tiefen Falten, die wie bei einem alten Boxer, die Schnauze der Bordeaux Dogge furchen, sehen sehr gefährlich aus, aber hinter seinem griesgrämigen Aussehen verbirgt sich ein Hundeherz voller Zärtlichkeit und Liebe.
Die Bordeaux Dogge, die von der Tibetdogge abstammt, wurde gezüchtet zum Kampf gegen Stiere und Bären, war er ursprünglich ein wilder Draufgänger und wurde diesen Ruf Jahrhunderte lang nicht los. In der französischen Umgangssprache gab man ihm den Beinahmen „humeur de dogue“, das bedeutet Hundelaune.

Die Bordeaux Dogge ist hoch intelligent und lernbedürftig, aber sie ist kein dummer Befehlsempfänger. Erteilt man der Bordeaux Dogge einen Auftrag, oder ein Kommando, wird der Hund kurz überlegen ob es denn gerade jetzt sinnvoll ist, dieses zu tun. Hat man seine Zustimmung, wird er das Kommando befolgen. Findet der Hund aber, das es jetzt wirklich nicht Zeit für so etwas ist, wird er es nicht tun. Das ist die Eigenart der Bordeaux Dogge.

Herzensgut, aber nicht immer einfach im Umgang. Nur wer sich dessen im klaren ist, sollte sich so einen Hund anschaffen. Im 14. Jahrhundert schreib Gaston Phébus sehr abfällig über die Bordeaux Dogge, sie sei plump und hässlich und eigne sich nur zur Jagd auf Wildschweine und Bären und es sei kein Verlust, wenn dabei ein Hund umkäme.

Nach dem Mittelalter wurden diese Hunde nicht mehr zur Jagd eingesetzt, sie dienten als Wachhunde für Haus und Hof. Bei Metzgern waren die Bordeaux Doggen besonders beliebt, denn diese nutzen die Hunde um die Rinder, die sie außerhalb der Stadt gekauft hatten, sicher und schnell nach Hause zu bringen. Im Laufe der Jahre kamen die Hunde von den Metzgern zu den reichen Landgütern und landeten bald in den Palästen der Aristokraten, so wurden sie zu mutigen, wachsamen und hervorragenden Schutzhunden.

Die Bordeaux Dogge wurde nie sehr populär, denn sie hatte in der Deutschen Dogge und dem Boxer weitverbreitete und starke Konkurrenz. Um 1960 gab es nur noch 10 Exemplare dieser aus dem Südwesten Frankreichs stammenden Rasse. Diese sanftmütige und ruhige Hunderasse ist so was von geduldig bei Kindern und treu ohne Ende.

Die Bordeaux Dogge ist ein mächtiger und kräftiger Hund mit harmonischem Körperbau. Der Rüde wird 63-68 cm groß und die Hündin ca. 58-66 cm. Ein ausgewachsener Rüde bringt es auf mindestens 50 kg, die Hündin wiegt ca. 45-48 kg. Der Kopf ist sehr massig und groß, was meistens zu Kaiserschnittgeburten führt. Er hat symmetrische Falten auf beiden Seiten des Stirnabsatzes und hat einen mächtigen und breiten Fang. Seine Zähne sind sehr stark und die Lefzen dick und hängend. Das führt dazu, dass der Hund sabbert. Sein kurzes rotbraunes Fell ist leicht zu pflegen und diese Hunderasse ist wirklich unkompliziert, wenn man seine kleinen Eigenarten akzeptieren kann.