Der Bouvier des Flandres, auch „Belgischer Hütehund“ oder „Flandrischer Treibhund“ genannt, wurde ursprünglich in Belgien zum Treiben von Pferde- und Rinderherden gezüchtet. Im Gegensatz zu Schäferhunden, die auch schon einmal zubeißen können, setzt der „Bouv“ bei dieser Arbeit sein Körpergewicht ein: Er rammt die Tiere, um sie in die gewünschte Richtung zu bringen. Diese Art des Körpereinsatzes prädestiniert ihn auch als Zugtier. Der Bouvier kann das Achtfache seines eigenen Körpergewichtes ziehen.

Erscheinungsbild

Der Bouvier des Flandres ist ein kräftig gebauter Hund mit einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 65 cm (Rüde) bzw. 62 cm (Hündin) und einem durchschnittlichen Gewicht von 37 kg (Rüde) bzw. 30 kg (Hündin). Er trägt ein lang- und rauhaariges, dunkles bis graues Fellkleid, welches sehr pflegeintensiv ist und regelmäßig getrimmt werden muss. Ein typisches Erkennungsmerkmal ist sein Schnauzbart.

Gemüt

Den „Bouv“ zeichnen vor allem Mut, Ruhe und Gelassenheit aus. Trotzdem ist er kein Anfängerhund. Als Bewacher von Rinderherden wurde er mit den Tieren allein gelassen. Er ist ein Solitärhund, der in der Lage ist, selbstständig Entscheidungen zu treffen. Auch wenn dies heutzutage weniger gefordert ist, liegt es noch in seinem Naturell. Er ordnet sich ungern unter. Dementsprechend benötigt er eine konsequente, geduldige und verständige Erziehung, für die optimalerweise nur eine einzige Bezugsperson verantwortlich ist. Ist diese Erziehung gegeben, ist der Bouvier des Flandres ein erstklassiger Familien- und Arbeitshund.

Geschichte

Der Bouvier des Flandres stammt wahrscheinlich von den Mastiffs ab. Seit 1910 kennt man ihn als eigenständige Rasse. Während des Ersten Weltkrieges wurde diese Rasse beinahe ausgerottet, da man die Hunde als Meldegänger einsetzte. 1922 legte der „Club national belge“ neue Zuchtstandards für die Rückzüchtung fest.