Es mag schon vorkommen, dass ein Hund viele Freunde hat. Da sind die Kumpels in der Nachbarschaft und auf der Hundewiese und eine Menge Menschen, die ihn einfach mögen. Aber eine Anhängerschaft in sechsstelliger Höhe? So was gibt es nur bei Facebook. Gut, hund.org hat auf Facebook immerhin auch schon rund 1.200 Anhänger. Aber über hunderttausend Fans für einen einzigen Hund – wie ist das möglich?

Nun, „Beast“ ist zwar ein ganz normaler Hund, aber das Herrchen ist eben nicht Irgendwer. Es handelt sich um Mark Zuckerberg, den Boss von Facebook. Und wenn der seinem Liebling eine eigene Präsenz im Netzwerk aufbaut, dann darf man schon etwas mehr, als das Übliche erwarten.

Wer meint, er wisse bereits alles über Mark Zuckerberg, weil er den Film „The Social Network“ aufmerksam verfolgt hat, der sieht sich getäuscht. Beast kam in diesem Streifen  nicht vor. Er ist nämlich noch ein kleiner Welpe, schneeweiß und kuschelig. Auf seiner Facebook-Seite stellt er sich selbstbewußt als „Person des öffentlichen Lebens“ vor. Wohnhaft in Palo Alto. Seine Anhängerschaft wächst rapide. Kaum aus dem Körbchen, hat er es schon auf über 136.000 Fans gebracht, mit weiter steigender Tendenz. Da erblasst so manch ein SMO-Profi vor Neid. „SMO“, das steht in der heutigen Medienwelt für „Social Media Optimization“ und bezeichnet das Bemühen, seine Aktivitäten so intensiv wie möglich in soziale Netzwerke einzubinden, sie dort bekannt und populär zu machen. So gesehen, können manche Kommunikationsexperten von diesem kleinen Welpen noch eine Menge lernen.

Zahlreiche Fotos illustrieren alle Phasen seiner Jugend. Alle paar Tage kommen neue Bilder dazu. Beast ist wirklich ein niedliches und äußerst fotogenes Kerlchen. Die ungarische Hütehund-Rasse „Puli“, der er angehört, ist ohnehin zum Knuddeln, so ein  Welpe natürlich erst recht. Die für diese Rasse typische Schnürenbehaarung wirkt später beim erwachsenen Hund ein wenig wie Rastazöpfe. Blickt Beast aus dem Autofenster, ist das bereits ein Posting wert. Und die Fans sind begeistert. Und blickt man einmal genau hin, so entdeckt man auf den Fotos – rund um den kleinen Welpen – ganz nebenbei etliche Kleinigkeiten aus dem realen Umfeld von Mark Zuckerberg. Das ist weit authentischer, als es der Film „The Social Network“ zu bieten vermag. Nicht zuletzt ist auch das Frauchen, Priscilla Chan, auf vielen Fotos mit dabei.

 

Seine rapide wachsende Fangemeinde verdankt „Beast“ sicher auch der Tatsache, dass es immer üblicher wird, Haustieren eine eigene Facebook-Präsenz einzurichten. Unter Menschen ist der Reiz des Neuen bereits verblasst. Und so sind denn sehr viele Fans ihrerseits Hunde, die begeisterte Kommentare hinterlassen. Beast ist schließlich ein niedlicher Kerl und wäre für so manche Hundedame bestimmt eine gute Partie.

Mark Zuckerberg hat damit selbst vorgemacht, was er sich auch von seinen Nutzern wünscht: Einen kleinen Einblick ins Private. Dass Facebook mit der Offenheit allerdings oft ein wenig sehr liberal umgeht, hat schon mache Kritik hervorgerufen. Unerwünschte Zusatzfunktionen, wie die umgehende Personalisierung, müssen erst einmal deaktiviert werden. Im März gefährdeten Spamangriffe die Sicherheit, im Mai sorgte eine Datenschutzpanne für Aufsehen und vor kurzem geriet die Gesichtserkennungsfunktion ins Gerede.