Es gibt wohl kaum etwas Niedlicheres, als einen kleinen Welpen. Amerikaner sprechen liebevoll von Puppy. Doch für die Hundemutter sind die munteren Puppies zunächst einmal harte Arbeit. Nach neunwöchiger Tragezeit wird sie bereits einen Tag vor der Geburt der Jungen unruhig und frisst nicht mehr. Sie hält nach einem geschützten Platz Ausschau; ideal ist es, wenn man ihr bereits eine gemütliche Wurfkiste eingerichtet hat. Instinktiv versucht die Hündin, den Boden aufzuscharren. Liegen dort Decken oder Pappen, so zerreißt sie diese möglicherweise. Ein Verhalten, das in der Natur offenbar eine große Bedeutung für den Bau der Kinderstube hat. Die Wölfin, Naturkundler sprechen von der Fähe, gräbt sich ihren eigenen Wurfplatz, wobei zum Teil recht beeindruckende Höhlen entstehen. Dabei achtet sie auf optimale Tarnung und darauf, dass das Regenwasser gut ablaufen kann und dass ausreichend Trinkwasser in der Nähe ist. Zum Teil gibt es mehrere Notausgänge und manchmal sogar einen Ersatzbau. So gesehen, entspricht die menschliche Behausung dem, was auch die Haushündin immer noch instinktiv für erforderlich hält. Auch hier gibt es viele verschiedene Gänge und mehrere Räume, in die man notfalls ausweichen kann.

Vertraute Familienmitglieder, das eigene Rudels, beunruhigen sie nicht. Fremden gegenüber zeigt sie sich jedoch abweisend bis aggressiv. Der Beschützerinstinkt meldet sich bereits vor der eigentlichen Geburt. In der Natur ist das wichtig, damit sich Eindringlinge gar nicht erst bis zum Lager trauen, solange der Nachwuchs noch wehrlos ist.

Sobald der Geburtsvorgang beginnt, ist ein gelegentliches Hecheln und ein phasenweises Zittern zu erkennen. Die Welpen werden in Abständen von etwa dreißig Minuten geboren. Jedesmal bedeutet das für die Mutter, die Embryonalhülle zu öffnen, die Nabelschnur zu durchtrennen und den Körper des Neugeborenen intensiv zu lecken, damit Atmung und Kreislauf angeregt werden. Anschließend frisst sie die Nachgeburt und drückt den Welpen an ihren Körper, um ihn zu wärmen.

Es bleibt ihr nur wenig Zeit, sich zu erholen, schon kommt der nächste Welpe zur Welt. Im Schnitt wirft eine Hündin fünf Junge. Es können es aber auch schon mal doppelt so viele werden. Eine mehrstündige Höchstleistung, die der Hündin alle ihre Kräfte abverlangt.

Die auf der Seite liegende Mutter säugt nun die Neugeborenen, zunächst mit einer Vormilch, die als „Colostrum“ bezeichnet wird und deren Zusammensetzung vor allem der Stärkung des Immunsystems dient. Bei der Verteilung an den Milchzitzen gibt es keine festgelegten Positionen; jeder trinkt, wo gerade ein Platz frei ist. Noch sind die Welpen blind und taub, doch ihre Nase führt sie bereits sicher zur Milchquelle. Mit instinktiven Tritten der Vorderpfoten gegen den Bauch der Mutter, regen sie die Milchdrüsen zur Produktion an.