Zwar liegt der Durchschnitt eines Wurfes bei fünf Jungtieren. Es hat aber schon extreme Fälle mit bis zu zwanzig Welpen gegeben. Anfangs sind sie blind und taub, winzige Fellbündel, die viel Wärme brauchen und sich am Bauch der Mutter eng zusammenkuscheln. Zoologen sprechen von der neonatalen Phase, also der frühesten Kindheit. Neunzig Prozent ihrer Zeit verbringen sie schlafend. Nur hin und wieder wachen sie auf, um etwas Milch zu trinken.

Es dauert ungefähr zwei Wochen, bis die Kleinen die Augen öffnen. Je nach Rasse kann dieser Zeitpunkt etwas variieren. Sehen und hören können die Welpen nach etwa drei Wochen. Beide Sinne werden etwa zum gleichen Zeitpunkt aktiv. Von nun an werden die Kleinen deutlich munterer und auch mutiger. Sie wedeln mit dem Schwanz und erkunden vorsichtig die Umgebung der Wurfkiste, die sie nun auch verlassen, um ihr kleines und großes Geschäft zu verrichten. Hin und wieder ist ein erstes Bellen vernehmbar, das allerdings noch recht zaghaft klingt. Verläßt die Mutter kurz den Bau, so drängen sich die Kleinen zu einem dichten „Haufen“ zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen. Wer von draußen zurück kommt, steigt einfach auf die Geschwister und läßt sich am höchsten Punkt fallen, um mit der Zeit in die Mitte „durchzusacken“.

Die Gewichtszunahme innerhalb der ersten Wochen ist enorm. Schon nach einem Monat beträgt das Körpergewicht, verglichen mit der Geburt, etwa das Siebenfache. Von Tag zu Tag werden die Welpen aktiver und lernen untereinander spielerisch alle sozialen Signale und Verhaltensweisen, die sie für ihr späteres Leben brauchen. Nach fünf Wochen ist die Gesichtsmuskulatur so weit entwickelt, dass die Mimik sich ausprägen kann. In der sechsten Woche beginnen spielerisch die ersten Rangeleien um die Rangfolge innerhalb des Rudels. Bei kleinen Balgereien zeigt sich, wer bereits am kräftigsten ist.

Nach rund sieben Wochen versiegt die Muttermilch. Von nun an fressen die Welpen normales Futter und trinken Wasser. Instinktiv hat die Hundemutter ihren Kindern bis zu dieser Zeit vieles gezeigt. Oft durch einfaches Vormachen. Manchmal hat sie sie mit der Schnauze in die richtige Richtung gestupst. Und gelegentlich hat sie sie am Nackenfell gepackt und kurzerhand an den richtigen Ort verfrachtet.

Mit acht bis zehn Wochen ist es nun für die meisten Geschwister an der Zeit, in ihr neues Zuhause abgegeben zu werden. Für die Hundemutter ist das jedesmal ein schwerer Moment. Sie merkt sofort, wenn eines ihrer Kinder fehlt.

Mit etwa zwölf Wochen endet die Jugendphase. Der Junghund wäre im wild lebenden Rudel jetzt Teil des Jagdverbandes und müsste sich in die bestehende Rangordnung einfügen. Noch ist er jedoch nicht vollkommen ausgewachsen. Er hat noch seine äußerst scharfen Milchzähne, die erst im Alter von vier bis sechs Monaten durch die endgültigen Zähne ersetzt werden.

Die Entwicklung zum Erwachsenen ist noch nicht vollständig abgeschlossen. Rüden heben erst nach einer Weile beim Pinkeln das Bein, viele bellen erst nach einer Phase anfänglicher Schüchternheit. Sexuell entwickelt sind Rüden und Hündinnen nach etwa sechs bis neun Monaten. Bei einigen Rassen kann es auch etwas länger dauern.