Wer kann schon von sich behaupten, mächtigster Hund der Welt zu sein? Vielleicht die Hunde der Präsidenten, die an der Seite ihres Herrchens im Weißen Haus residieren dürfen. Um Mitglied der First Family zu werden, muss man nichts Besonderes können oder leisten. Keine Wahl muss gewonnen werden. Es reicht völlig aus, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein und ganz einfach zu gefallen. Übrigens nicht nur den Besitzern, sondern dem ganzen Land. Meinungsforscher haben nämlich herausgefunden, dass Hunde die Sympathiewerte des Herrchens bei den Wählern erhöhen. Insofern erfüllen sie sogar eine wichtige politische Mission.

 

Derzeit wird das Körbchen im Oval Office von „Bo“ belegt. Bo ist ein portugiesischer Wasserhund. Bo stieß bereits 2009 zu den Obamas und darf seitdem auf dem gepflegten Rasen des Weißen Hauses spielen und Gassi gehen. Präsident Barack Obama hatte seinen Töchtern einen Hund versprochen, wenn die hektische Zeit des Wahlkampfes überstanden sei und er hat Wort gehalten. Portugiesische Wasserhunde hatten früher die Aufgabe, bei Fischfang zu helfen, Fische ins Netz zu treiben und das Netz anschließend mit einzuholen. Heute braucht man sie dafür nicht mehr, aber da es freundliche, treue und kinderliebe Tiere sind, werden sie gerne als Haushund gehalten. Auch Senator Ted Kennedy bevorzugt diese Rasse. Der Portugiesische Wasserhund hat ein wuscheliges, dichtes schwarzes Fell und schwarz-weiße Pfoten. Es wird vermutet, dass diese Rasse die gleichen Ursprünge wie der Pudel hat. Sie eignet sich besonders für Allergiker.

 

Im Weißen Haus war im Laufe der Jahrhunderte tierisch eine Menge los. Kaum ein Präsident verzichtete auf Haustiere. Statistiker haben nachgezählt und dabei festgestellt, dass auf 42 Präsidenten rund 400 Hunde kamen, wenn man auch die mitrechnet, die auf Ranches und Feriensitzen lebten. In Maryland ist sogar ein „Presidential Pet Museum“ entstanden, das sich ihnen widmet. Nicht nur Hunde und Katzen, sondern auch Schlangen, Alligatoren, Papageien, Adler, junge Tiger und Bären-Junge, Ziegen, Schafe, Beutelratten, Esel und jede Menge Pferde schafften es bis ins Machtzentrum.

 

Schon George Washington hielt mehrere Jagdhunde. Thomas Jefferson hatte Briards, Theodore Roosevelt hatte mehrere Terrier und sogar einen Bernhardiner. Bei Franklin D. Roosevelt gab es Terrier, Schäferhund, Setter, Bobtail, Dogge und Mastiff. Calvin Coolidge liebte weiße Collies. Herbert Hoover hatte einen Deutschen Schäferhund. Bei Lyndon Johnson waren es Beagles. Bei Harry S. Truman lebten ein Cocker und ein Irish Setter. Von ihm ist der Ausspruch überliefert: „Wenn Du in Washington einen Freund brauchst, kauf Dir einen Hund!“ Bei Eisenhower war’s ein Weimeraner. Die Kennedys bekamen von Nikita Chruschtschow mit „Pushinka“ 1961 sogar eine Hündin geschenkt, die kurz zuvor eine Reise durch den Weltraum absolviert hatte. Außerdem hatten sie zahlreiche weitere Hunde. Bei Richard Nixon fanden sich Pudel, Yorkshire Terrier und Irish Setter. Gerald Ford hatte einen Golden Retriever mit dem stolzen Namen „Liberty“ und bei Jimmy Carter gab es einen Afghanen. Ronald Reagan hatte ein munter gemischtes Rudel, die meisten lebten lebten allerdings auf seiner Ranch. Die Bushs, sowohl der Vater, als auch der Sohn stehen hingegen auf Springer Spaniels und Scotch Terrier. Ihrer „Millie“ widmete man sogar ein Buch.

 

Die Katze der Tochter Chelsea namens „Socks“ zog bei den Clintons zunächst mehr Aufmerksamkeit auf sich, als der Labrador „Buddy“, der erst später ins Haus kam. Als er eines Tages verunglückte, trauerte die Nation.