Niemand möchte seinen Hund permanent an der Leine führen müssen. Viel schöner ist es, wenn man ihn frei laufen lassen kann. Doch dazu muss man sicher sein, dass er zuverlässig kommt, sobald man nach ihm ruft. Das braucht Übung.

Grundsätzlich liegt es in der Natur der Hunde beieinanderzubleiben. Das ist im Wolfsrudel überlebenswichtig. Das Kommen auf Zuruf soll sich zusätzlich als positive Erfahrung einprägen. Meist wird dafür das Kommando „Hier!“ verwandt. Man kann aber auch „Komm!“ oder einen anderen Begriff wählen. Wichtig ist, dass das Kommando nicht mit anderen verwechselt werden kann und dass man konsequent dabei bleibt, um den Hund nicht zu verwirren.

Zusätzlich kann ein bestimmter Pfiff als Kommando verwandt werden. Er dringt auf größere Entfernung leichter durch. Für Hunde mit großem Aktionsradius empfiehlt es sich eine Pfeife zu verwenden, die auch noch in großer Entfernung deutlich gehört wird. Ihr Ton sollte möglichst einmalig sein, um nicht mit anderen verwechselt zu werden.

Zum Trainieren eignet sich unbekanntes Gelände mit Möglichkeiten zum Verstecken. Zwei Personen, die mit dem Hund gut vertraut sind können sich abwechseln. Einer hält den Hund, der andere versteckt sich und ruft oder pfeift aus seinem Versteck. Nun muss der Hund ihn suchen. Findet er ihn, so wird er gelobt und mit einem Leckerli belohnt oder er bekommt ein Spielzeug. Nun versteckt sich die zweite Person und muss gesucht werden. Langsam kann man Distanzen und Schwierigkeit steigern. Der Hund gewöhnt sich daran, dass dort wo gepfiffen oder gerufen wird, etwas Gutes auf ihn wartet. Und er lernt verschiedene Rufe  oder Pfiffe dem jeweiligen Menschen aus seiner Familie zuzuordnen. Diese Art des Lernens macht Spaß, denn es ist spannend und es gibt viele Erfolgserlebnisse.

Grundsätzlich ist es der „Job“ des Hundes, ständig auf dem Laufenden zu sein, wo seine Bezugsperson ist. Verliert er doch einmal den Anschluß, so wird er aufgeregt mit der Suche beginnen. Das kann heilsam sein, denn durch eine solche Erfahrung wird er in Zukunft aufmerksamer. Grundsätzlich wird ein Hund von sich aus in der Nähe bleiben, wenn man in ständiger Interaktion mit ihm ist. Es darf nie langweilig werden. Vor allem ein junger Hund mag es, hin und wieder einen Spurt einzulegen, etwas geworfen oder gezeigt zu bekommen.

Das Sehvermögen des Hundes ist bei Entfernungen von mehr als dreißig Metern kaum noch imstande, ruhig stehende Personen klar voneinander zu unterscheiden. Alles was in Bewegung ist, nimmt er jedoch um so deutlicher wahr. Bewegt man sich beim Rufen oder Pfeifen, zum Beispiel durch Winken, so hat der Hund es leichter, zu erkennen, wohin er laufen soll.

Bei größerer Entfernung kann ein Trick helfen, um den Hund glauben zu machen, er müsse sich beim Kommen ein wenig beeilen: Man geht einfach etwas in die Knie oder setzt sich sogar in die Hocke. Der Hund erkennt aus größerer Entfernung lediglich, dass der Mensch schon recht klein aussieht und vermutet, er sei bereits weiter weg. Er überschätzt deshalb die Distanz und legt einen Zahn zu.