Schon als Welpe merkte er, dass aus ihm einmal etwas ganz Besonderes werden würde. Er stolperte nämlich gelegentlich über seine langen Schlappohren und fiel auf die Nase. Manchmal kullerte er sogar die Treppe herunter. Harbor musste erst lernen, sich nicht dauernd mit den Vorderpfoten in seinen Riesenlauschern zu verheddern. Jetzt hat er es damit zu Weltruhm gebracht. „Harbor“ wurde ins Guiness-Buch der Rekorde aufgenommen, denn er hat, von allen lebenden Hunden, die längsten Hundeohren der Welt. Werden die beiden Ohren zur Seite gehalten, so dass man seine beachtliche „Spannweite“ erkennen kann, dann erinnert er ein wenig an eine Kreuzung aus Fledermaus und Elefant.

Harbor ist in Boulder im U.S.-Bundesstaat Colorado daheim. Offizieller Rekordhalter ist sein rechtes Ohr. Das misst nämlich sagenhafte 34,29 Zentimeter. Sein linkes bringt es immerhin auf  31,12 Zentimeter. Die Rasse, der Harbor angehört, wird als „Black and Tan Coonhound“ bezeichnet. Acht Jahre ist er schon alt und da fragt man sich, warum er es in einem so langen Leben nicht schon längst zum Rekordhalter gebracht hat. Die Ohren werden ja in den letzten Jahren kaum noch gewachsen sein. Das liegt ganz einfach daran, dass bisher ein Rivale noch knapp vor ihm lag. Der vorherige Spitzenreiter „Tigger“ brachte es auf 34,92 und 34,29 Zentimetern. Er bleibt damit Rekordhalter aller je gemessenen Hundeohren.

Der „Black and Tan Coonhound“ – deutsche Bezeichnung „Schwarz-roter Waschbärenhund“ – ist eine offiziell registrierte Rasse, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hat. Die Abstammung wird auf den Foxhound, den Bloodhound und den Kerry Beagle zurückgeführt. Diese Hunde wurden ursprünglich einmal als Jagdhunde für die Jagd auf Waschbären (engl. Coon = Waschbär) und Opossums gezüchtet. Sie gehören zur Gruppe der Lauf- und Schweißhunde und können hervorragend Spuren lesen. Ihre Aufgabe während der Jagd war es, die Waschbären auf Bäume zu jagen und sie dort durch Bellen anzuzeigen.

Harbor wurde sein Titel als Weltmeister offiziell am 6. September 2011 zuerkannt. Ob und wie dieser Sieg gefeiert wurde – wer weiß, vielleicht gab es ja einen Extraknochen. Seitlich aufstellen kann Harbor seine Segelohren zwar nicht, doch wenn er sich kräftig schüttelt, sollte man vorsorglich in Deckung gehen. Ob die Größe der enormen „Löffel“ sich auf Harbors Hörvermögen positiv auswirkt, ist nicht bekannt.

Das Guiness-Buch ist voll von skurrilen Rekorden dieser Art. Bei den Hunden ist besonders „Giant George“ erwähnenswert. Die deutsche Dogge aus Tucson in Arizona  hält nämlich den Rekord als größter lebender Hund weltweit. 2.20 Meter Länge von der Nasen- bis zur Schwanzspitze und eine Schulterhöhe von 1,09 Metern, das ist nicht zu toppen. Dackel „Otto“ brachte es als Methusalem zu Ruhm. Er lebte im englischen Städtchen Shrewsbury fast 21 Jahre und hielt damit den Rekord für ein langes Hundeleben. Dabei war er auch noch bemerkenswert modern: Auf seiner Facebook-Präsenz zählte er schließlich mehr als 650 Fans. Alle litten mit, als er schließlich wegen einer schweren Krankheit eingeschläfert werden musste.