Wild lebende Wölfe kennen keine gleichmäßige Futterportion. Bei gutem Beuteangebot fressen sie mehrmals am Tag. Manchmal ist die Jagd hingegen für mehrere Tage erfolglos. Man hat beobachtet, dass Wölfe unter solchen Bedingungen bis zu zwei Wochen ohne Futter auskamen. Sobald es ihnen gelingt, wieder Beute zu machen, fressen sie enorme Mengen.

Mancher Hundehalter vermutet deshalb, es sei artgerecht, auch Hunde unregelmäßig zu füttern, gelegentlich sogar einen Fastentag einzulegen. Heutigen Erkenntnissen zufolge wäre es jedoch falsch, die Gegebenheiten der Wildnis auf die Haustierfütterung zu übertragen. Auch Menschen lebten einst als Jäger und Sammler. Selbstverständlich gab es damals auch für sie kein gleichmäßiges Nahrungsangebot. Hungerperioden wechselten immer wieder mit Phasen üppiger Versorgung. Dennoch käme niemand auf die Idee, dass es für den heutigen Menschen gesünder sein könnte, nur selten und unregelmäßig zu essen. Das gleiche gilt für Hunde.

Hin und wieder kann man beobachten, dass ein Hund sein Futter in Rekordgeschwindigkeit verschlingt, um sich bald darauf in eine ruhige Ecke zurückzuziehen, in der alles noch einmal hervorgewürgt wird, um dann in Ruhe erneut verspeist zu werden. Dieses Verhalten ist zum Beispiel bei Tieren zu beobachten, die für eine Weile im Tierheim gelebt haben. In der Konkurrenz untereinander wird bei so engem Zusammenleben jeder Bissen zunächst einmal sichergestellt, um ihn dem Zugriff der anderen zu entziehen. Ein Instinkt, der auf das Leben in der Wildnis zurückgeht, wo wenig Zeit zum Fressen bleibt, weil man stets Gefahr läuft, dass einem gute Bissen abgejagt werden könnten.

Beim Fressen vegetarisch lebender Beutetiere nehmen Wölfe auch eine Menge pflanzlicher Substanzen auf. Es kommt also automatisch zu einer gesunden Mischung verschiedener Nahrungsbestandteile. Das gleiche gilt für den Hund. Er sollte auf keinen Fall nur vegetarisch oder ausschließlich fleischlich ernährt werden, sondern stets eine ausgewogene Mischung erhalten. In den  meisten angebotenen Futtersorten ist das bereits berücksichtigt.

Gelegentlich fressen Hunde kleine Mengen Gras. Offenbar spüren sie instinktiv, wann es ihnen gut tut. Es geht dabei vermutlich um den Saft aus den Halmen. Forscher vermuten, dass ein darin enthaltenes Vitamin, die Folsäure, aufgenommen werden soll. Gelegentlich wird auch Gras gefressen, um einen verdorbenen Magen zu „kurieren“. Die gefressenen Grashalme werden nach einiger Zeit, gemeinsam mit Nahrung, die Verdauungsprobleme verursacht hatte, wieder erbrochen. Ob das Gras lediglich das Erbrechen unterstützt oder ob die im Gras enthaltenen Substanzen die Verdauung wieder ins Lot bringen – quasi eine Art „Underberg für Hunde“ – ist unter Fachleuten noch umstritten.