Mainz (ms). Sie heißen Balthasar, vier Jahre alt, Jirko, ein Jahr alt, Carry, neun Jahre alt und die Chefin im Rudel, Charly, drei Jahre und Prinzessin Lillyfee, zwei Jahre alt. Tragische Geschichten prägen ihr Leben und dennoch haben sie das Vertrauen in die Menschen nicht verloren.

 

Balthasar zog mit knapp 14 Wochen in sein jetziges Zuhause. Er kam aus einer Auflösung einer Massenzucht, wo er mit vielen anderen Neufundländern leben musste. Balthasar, der auch Balthi oder Lienchen genannt wird, war früher so klein, dass er nicht einmal auf das Sofa springen konnte. Heute ist er der größte im Rudel und nach wie vor sehr verschmust. Er ist ein wenig zurückhaltend und manchmal auch schüchtern. Hat er aber sich aber in jemanden verguckt, dann wird geschmust, bis der andere nicht mehr will, denn Balthasar möchte immer und überall schmusen.

 

Jirko hat eine fast unglaubliche Geschichte hinter sich. Er saß mit knapp neun Monaten in einem Tierheim im Rhein Main Gebiet und das war schon der geschätzte 12 .(!) Wohnort von Jirko. Er hat eine leichte Behinderung, sein Unterkiefer ist 4 mm zu kurz und somit für die Zucht aufgrund seines sogenannten Rückbiss nicht geeignet. Was macht man also als Züchter, der mit der Zucht Geld verdienen möchte und in seltenen Fällen, es gibt Ausnahmen, aus der Liebe zu der Rasse.

Jirko ist der Hansdampf im Rudel, hat viel bunte Kreide im Kopf und ist immer für eine Überraschung zu haben.

 

Carry ist die Rudelchefin. Sie ist neun Jahre alt und lebte sogar schon auf einem Gnadenhof, da sie niemand mehr wollte. Carry kam mit 32 Kilogramm in die WG, was deutlich zu wenig war. Man sagte über sie, dass sie jeden Tag eine Schmerztablette benötigt, da sie keine Hüftpfannen mehr hat. Carry ist eine lebensfrohe und lauffreudige Neufundländerdame, sie ist die Grand Dame im Rudel.

Charly hat eine traurige Geschichte. Sie beweist, dass Hunde nicht nur doofe Tiere sind, die auf dem Fussweg ihr Geschäft erledigen, nein, es sind Geschöpfe, die Gefühle haben, die Schmerzen empfinden und die deutlich schlauer sind, als man anzunehmen vermag. Charly lebte mit seinen beiden Neufundländerschwestern bei einer Frau und ihrer Tochter in Rheinland Pfalz. Sie lebten in einem kleinen Haus, der Mann war vor ein paar Jahren verstorben und so lebte Charly als einziger Mann zwischen zwei Frauen und drei Hündinnen, denn eine Golden Retrieverdame lebte auch noch mit im Haushalt. An einem schönen Tag änderte sich das Leben von Charly und seinen Mitbewohnern im wahrsten Sonne des Wortes plötzlich und völlig unerwartet. Das Frauchen, 40 Jahre alt, war alleine Zuhause mit den Hunden, denn die Tochter befand sich gerade auf Klassenfahrt, als sie von einem Herzinfarkt überrascht wurde und daran verstarb. Zwei Tage haben die Hunde ihr totes Frauchen bewacht bis die Tochter von der Klassenfahrt kam.  Charly kam in eine Pflegestelle und riss aus. An der Autobahn wurde er angefahren und vom LKW Fahrer liegengelassen. 28 Stunden kämpfte er um sein Leben, bis die Polizei ihn fand. Er wurde erst nach Hofheim in die Tierklinik gefahren, aber hier wollte man ihn sofort einschläfern. Also transportierte man Charly nach Gießen in die Universitätstierklinik und man gab Charly nicht auf. Nach mehr als neun Wochen Klinikaufenthalt und inzwischen mehr als 10.000,00 € Tierarztkosten, kann Charly inzwischen wieder laufen und ist ein ganz toller, lebensfroher und – wie alle Neufundländer – ein verrückter Neufundländer! Er ist ein traumhafter Rüde!

 

Prinzessin Lillyfee ist der letzte Zuzug in die WG. Sie ist erst zwei Jahre alt und man gab sie ab, weil sie nicht sehr schön sein sollte, dabei ist sie traumhaft, und weil sie angeblich Allergien hat. Lillyfee wurde dreimal von den Vorbesitzern an den Augen operiert und deshalb ist sie leider mit einem Hängelied ausgestattet. Sie hat keine Allergien, keine anderen Erkrankungen, nur stimmt mit ihrem Fell etwas nicht, was man immer noch versucht herauszufinden. Es ist aber nicht ansteckend und so lebt sie so langsam richtig auf in ihrer Familie.

 

Wer mehr über die Neufundländer WG im Neufundländer Haus erfahren möchte, der kann sich gerne an die zweibeinigen Bediensteten wenden unter info@neufundlaender-haus.com