Trüffel, auch bekannt als Tuber oder Tartufo,  sind schmackhaft, selten und sauteuer. Nur mit sehr gutem Geruchssinn können die Trüffel unter der Erde aufgespürt werden. Man unterscheidet etliche Arten dieser unterirdisch wachsenden Pilzart. So gibt es weiße und schwarze Trüffel in vielen Unterkategorien. Feinschmecker schätzen besonders, Alba-, Burgunder-, Perigord- und Piemonttrüffel. Eine erfolgreiche Zucht der edlen Köstlichkeiten ist noch nicht geglückt. Deshalb muss man die raren, wild wachsenden Exemplare in freier Natur finden. Einst war das Aufgabe der Trüffelschweine. Genauer gesagt, der Trüffelsauen, denn der Trüffelgeruch ähnelt dem Sexualduftstoff des Ebers und wirkt auf die Sauen entsprechend anziehend. Schweine haben allerdings den Nachteil, dass sie den Boden aufwühlen, den Fund dabei leicht zerstören und die gefundene Delikatesse schließlich sogar selbst auffressen.

Viel besser funktioniert die Trüffelsuche mit speziell dafür abgerichteten Trüffelhunden. Sie richten weniger Schaden an und geben die Trüffel gegen eine kleine Belohnung an den Menschen ab. Besonders geeignet ist der „Lagotto Romagnolo“, eine vom E.N.C.I. und vom F.C.I. offiziell anerkannte Rasse mit besonders guter Spürnase. Vom Aussehen erinnern Lagottos ein wenig an Pudel. Sie gehören zur Gruppe der Wasserhunde und es wird vermutet, dass sie früher beim Fischfang halfen. Es sind muntere, aufgeweckte Kerle mittlerer Größe mit einem gelocktem Fell. In der Mehrzahl spricht der wahre Kenner von „Lagotti“. Sie können weiß, braun, schwarz oder grau sein. Viele Exemplare sind mehrfarbig, was besonders nett aussehen kann. Solche Farbgebungen werden dann beispielsweise als „bianco-marrone“ bezeichnet. Wahre Fans wissen sich stets italienisch auszudrücken. Schwerpunkte der Herkunft liegen nämlich rund um Ravenna, Venedig, Comacchio, Friaul und in Istrien. Frühe Bilder aus diesen Regionen zeigen vielfach Hunde, die dem heutigen Lagotto Romagnolo sehr ähnlich sind. Die Rasse gilt als genetisch noch sehr unverfälscht und ursprünglich.

Herbst und Winter sind die wichtigsten Jahreszeiten, um Trüffel zu finden. In Italien werden regelmäßige Hunde-Eignungsprüfungen für die Trüffelsuche durchgeführt. Man braucht Geduld. Es dauert eine ganze Weile, bis ein Trüffelhund gelernt hat, den Platz anzuzeigen, an dem sich so ein Edelpilz im Boden verbirgt. Der Lagotto ist gern in der Natur. Er orientiert sich sehr weitgehend mit seinem Geruchssinn. Das sind schon einmal gute Voraussetzungen. Außerdem ist er leicht erziehbar und ein idealer Begleithund. Für Wild interessiert er sich kaum, so dass er im Wald, dem aussichtsreichsten Fundgebiet, nicht abgelenkt wird und bei der Suche sehr ausdauernd ist.

Wenngleich es zahlreiche verschiedene Trüffelarten gibt, so haben sie eine Reihe von übereinstimmenden Duftstoffen. Dadurch kann ein Suchhund alle Trüffelarten wittern, oft sogar schon aus bemerkenswerter Distanz. Oft dauert es Tage, bis ein Fundort aufgespürt ist; manche Trüffel verbergen sich zwanzig Zentimeter tief im Boden. Es ist harte Arbeit sie auszugraben. Da Lagottos verspielt, klug und ausdauernd sind, meistern sie diese Herausforderungen souverän. Um schon den Welpen an das Aroma zu gewöhnen, werden die Zitzen der Mutter und das Futter mit Trüffelöl benetzt, so dass er gerne danach suchen wird, weil er diesen Geruch mit Futter assoziiert. Außerdem kann das Spielzeug entsprechend markiert werden. Auch das motiviert zur Suche.