Am 23. März 2011 starb die legendäre Filmschauspielerin Elisabeth Taylor im Alter von 79 Jahren in einem Krankenhaus in Los Angeles an Herzversagen. Lang ist die Liste der Hollywood-Produktionen, in denen sie mitwirkte. Besonders ihre Rollen in den Filmen „Kleopatra“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ sowie „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ bleiben unvergesslich. Doch kaum jemand weiß noch, womit die Karriere der Taylor einst begonnen hat.

Schon im zarten Alter von zehn Jahren spielte Elisabeth nämlich ihre erste Rolle. Ihr damaliger Filmpartner war ein Collie, der ebenso wie sie Filmgeschichte schreiben sollte. Lassie war im Kino auf Anhieb derart erfolgreich, dass man rasch beschloß, eine Fernsehserie rund um diesen Hund zu entwickeln. Auch in Deutschland liefen die Folgen mit großem Erfolg. Zu einer Zeit, als Fernsehen noch aus drei Programmen bestand und die Mattscheibe bestenfalls schwarz-weiße Bilder hergab, wurde Lassie schnell zum Liebling aller Kinder.

Damals dominierten im Straßenbild noch Schäferhunde, Dackel und Pudel, hin und wieder sah man einen Foxterrier oder einen Cockerspaniel. Ein Collie galt hingegen als äußerst exotisch. Nur sehr selten sah man einen Hund dieser Rasse. Und Kinder, die zu Hause tatsächlich einen hatten, konnten sich vor Besuchen ihrer Schulkameraden kaum retten.

Ausgedacht hat sich Lassie der Autor Eric Knight. Seine Geschichte „Lassie come Home“ handelt davon, dass den Besitzern aus Geldnot nichts anderes übrig bleibt, als ihre geliebte Hündin einem adligen Großgrundbesitzer zu verkaufen. Es gelingt ihr aber, auf einer abenteuerlichen Reise über hunderte von Kilometern zurück zu finden. Eines Tages steht sie wieder vor der Tür. Diese Handlung bildete das Grundgerüst des ersten Spielfilm-Drehbuches.

Lassie gilt heute als weltweit berühmtester Hund und hat einen eigenen Stern auf Hollywoods „Walk of Fame“ bekommen. Ihr Name entstammt einem schottischen Dialekt und bedeutet ganz einfach „Mädchen“. Sie war der Inbegriff von Klugheit, spürte Gefahren im voraus, meisterte jede noch so riskante Situation souverän und wurde quasi zur Urmutter aller Filmtiere, die seitdem die Leinwand bevölkert haben. Gemäß der alten Journalistenweisheit „Tiere und Kinder gehen immer“ erlebte Lassie viele ihrer Abenteuer als Beschützerin an der Seite eines Kindes. Ein so erfolgreiches Drehbuch-Konzept, dass man es bald auch für andere Tiergattungen adaptierte, zum Beispiel auf den klugen Delfin Flipper oder das Pferd Fury.

In Wirklichkeit gab es natürlich mehrere Lassies. Einerseits, weil auch der beste Filmhund irgendwann ins Rentenalter kommt und durch einen jüngeren Kollegen ersetzt werden muss. Andererseits mussten immer mehrere Lassies in Reserve sein, sonst hätten sich die Versicherungen geweigert, die Filmproduzenten zu versichern. Die Darsteller waren übrigens oft Rüden, aber keiner hat’s gemerkt.