Wenn es darum geht, verschüttete Erdbeben- oder Lawinenopfer aufzuspüren, sind Rettungshunde unverzichtbar. Rettungshundestaffeln müssen stets einsatzbereit sein, um im Ernstfall im Unglücksgebiet umgehend helfen zu können. Oft zählt jede Stunde, um noch Überlebende finden zu können. Doch auch beim Aufspüren von Leichen, ist die Hundenase unschlagbar. Personensuchhunde können Tote noch nach Monaten entdecken, denn der menschliche Eigengeruch bleibt lange erhalten.

Auch beim Zoll setzt man auf die Hilfe der Supernasen. Drogensuchhunde können eine Vielzahl von Rauschgiften auffinden. Selbst dann, wenn der Stoff tief in einem Container verborgen, in Folien eingeschweißt und von anderen Gerüchen überlagert ist. Bei der Polizei werden Hunde zu Schutz- und Spürhunden ausgebildet. In deren Diensthundestaffeln achtet man darauf, Tiere mit einer „Grundaggressivität“ auszuwählen. Größe und Kondition spielen ebenso eine Rolle. Als besonders geeignete Rassen für den Polizeidienst gelten Schäferhund, Rottweiler, Riesenschnauzer, Dobermann, Boxer und Airedaleterrier. Anders als von vielen vermutet, kommen durchaus nicht nur Rüden in Frage, auch Hündinnen haben gute Chancen.

Die Bindung eines Diensthundes an seinen Hundeführer und sein absoluter Gehorsam führen zu einer festen, lebenslangen Bindung, die auch daheim nicht aufhört. Beide leben zusammen, auch nach Dienstschluss. Für den jungen Hund beginnt schon früh die Grundausbildung, in der er grundlegende Kommandos und Gehorsamsregeln lernt. Das Training für seine spezifischen Einsatzaufgaben baut darauf auf und begleitet ihn ein Leben lang. Wird das Gewünschte sicher aufgespürt, so gibt es eine Belohnung, zum Beispiel ein Spielzeug. Etwa zehn Jahre bleibt ein Spürhund im aktiven Dienst, bevor er in „Rente“ geht. Damit er die Lust nie verliert, wechseln Trainingseinheiten mit Toben und Spielphasen ab. Hundeführer legen für ihre „Kollegen“ immer auch entspannte Intervalle ein, damit sie bei Laune bleiben. Während der Ausbildung zeigt sich, ob ein Hund besondere Fähigkeiten hat, die dann gezielt weiter geschult werden können. So finden sich beispielsweise Vierbeiner, die besonderes Talent zum Aufspüren von Sprengstoffen oder Munition haben.

Professionelles Schnüffeln strengt an. Etwa dreihundert mal pro Minute wird die Luft in der Hundenase eingesogen, um das gesuchte Aroma zu erschnuppern. Nach einer Viertelstunde ist ein Spürhund buchstäblich „aus der Puste“ und braucht eine Verschnaufpause, bevor es erneut weitergehen kann. Dass der Geruchssinn von Hunden für den Menschen unverzichtbar geworden ist, liegt daran, dass seine Nervenzellen in diesem Bereich um ein Vielfaches besser ausgebildet sind. Vergleicht man die Menge der Geruchssinneszellen eines Menschen mit denen eines Spürhundes, so ist deren Verhältnis zueinander etwa so, wie das eines DIN A4 Blattes zu einem Tennisplatz. Sogar Feinschmecker profitieren gelegentlich von besonders geschulten Hundenasen, auch wenn die meisten das nie erfahren: Bei der Suche nach echten Trüffeln werden nämlich längst nicht mehr nur die klassischen Trüffelschweine, sondern immer öfter auch Trüffelhunde eingesetzt, mit beachtlichem Erfolg für die Gourmets.